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Die Vier am Morgen Mit Keno Bergholz

Montags bis freitags 5 bis 10 Uhr

Malin Kompa mit Laptop im unordentlichen Kinderzimmer
Bild: Radio Bremen | Malin Kompa

Blog Corona-Quarantäne: Malin at home

Kinder zuhause, Home Office, Quarantäne - Corona hält uns alle zu Hause. Auch Bremen-Vier-Moderatorin Malin Kompa: Nach einem Urlaub in Tirol mit Freund und 15 Monate altem Sohn war sie zwei Wochen lang in freiwilliger Quarantäne. Was die Situation mit ihr und ihren Lieben gemacht hat, könnt ihr hier in ihrem Blog lesen.

Das Coronavirus wirbelt auch euer Leben ganz schön durcheinander? Wie meistert ihr dieses Leben im Ausnahmezustand? Erzählt uns eure persönliche #coronageschichte.

27. März 2020

It's the end of Corona Quarantäne as we know it… So schnell gehen dann doch zwei Wochen rum! Das macht Mut für das, was vielleicht noch auf uns zukommt. Mein erster Gedanke heute morgen: Endlich sind wir wieder "frei"!

Obwohl, so ganz stimmt das ja leider nicht, denn eigentlich haben wir die letzten 14 Tage nur das gemacht, was wir alle zur Zeit machen sollten - und auch wir weiterhin tun werden: Zuhause bleiben. Und das geht. Im Nachhinein betrachtet finde ich sogar, dass man auch dieser Situation wirklich was Positives abgewinnen kann. (Gut, fragt mich mal nächste Woche, wenn ich wieder physisch bei der Arbeit anwesend sein muss, und den Kleinen tagsüber betreue. Obwohl, da haben wir uns jetzt doch 'nen Plan gemacht, wie das funktionieren kann, und wechseln uns ab.)

Ich bleibe dabei: Ich mag den Zustand, nichts planen zu können, keine Termine zu haben, und dazu ein wahnsinniges Gefühl von Verbundenheit mit fast allen anderen, die wir kennen, die genau dasselbe in den nächsten Wochen vorhaben, wie wir: Nichts!

Klar, viele unserer Freunde hatten schöne Urlaube über Ostern geplant, wollten Familie und Freunde treffen. Das frustriert. Andere müssen trotzdem arbeiten, damit der Laden aka unser Leben weiter laufen kann, weil sie, so wie wir Medienleute, in "systemrelevanten" Jobs arbeiten.

kleiner Junge guckt durchs Fenster nach draußen
Die Quarantäne ist vorbei. Jetzt geht es in die "Kontaktbeschränkung". Bild: Radio Bremen | Malin Kompa

Dass ich einen gewissen Respekt davor habe, jetzt nach dieser Zeit im Familien-Kosmos wieder raus ins Real Life zu müssen, hatte ich ja schon erwähnt. Ich bin gespannt, wie sich unsere Welt durch diese Krise verändern wird. Wird Home Office das neue Ding? Die Annahme, dass das ein ganz tolles Konzept für Eltern ist, kann ich allerdings nach zwei Wochen (in abgespeckter Version) so widerlegen. Das haben auch die Mails gezeigt, die ich von einigen Bremen-Vier-Hörer*innen bekommen habe, und die vielen Gespräche mit anderen Eltern. Klar, wir kriegen das jetzt hin, weil wir müssen, und weil wir froh darüber sein können, dass wir noch Jobs haben.

Bleibt tapfer und macht das Beste draus. Genießt die Zeit mit dem Nachwuchs, auch wenn er oft nervt. Vielleicht hören wir uns ja nächste Woche im Radio, da bin ich abends.

Danke fürs Lesen und Teilen eurer Tipps und Geschichten. We are in this together!

Eure Malin


26. März 2020

Negativ! Das ist in diesen Tagen ja echt die ultimativ positive Nachricht. Puh. Tatsächlich waren wir gerade zwei Tage etwas unruhig: Mein Freund hat Halschmerzen und etwas Husten bekommen, kein Fieber, aber ich wusste von einem Kollegen, der mit ähnlichen Symptomen nach dem Skiurlaub positiv getestet worden ist.

Wir sind also nach Absprache mit dem Hausarzt, der uns dazu geraten hat, lieber 'nen Selbsttest zu machen als in der Corona-Ambulanz zu warten, zur Praxis gefahren, ich habe den Test rausgeholt, mein Freund hat ihn im Auto gemacht, und ich hab ihn wieder reingebracht. Krass, wie leer es auf einmal in so 'ner Arztpraxis ist: Die Sprechstundenhilfen mit Plexiglasscheibe abgetrennt, Patienten dürfen nur noch mit Termin reinkommen, sonst muss man anrufen. Wer kommt, muss dreimal klopfen. Scheint zu funktionieren. Jetzt wird die Arztpraxis erstmal renoviert. Frage mich, ob dann die Mitarbeiter ihre Kluft gegen Malerkittel tauschen?!

Zurück zum Test. Einen Tag sollte es dauern, bis wir das Ergebnis bekommen. Mega schnell. Am Ende hat es etwas länger gedauert, private Email vom Doc dann gestern Abend: Negativ! Was für eine Erleichterung. Was ein positives Ergebnis bedeutet hätte... Weitere zwei Wochen Quarantäne, und das, wo wir doch morgen durch sind damit.

Gar nicht mehr auf die Straße dürfen – was wäre dann aus unserer täglichen Runde mit dem Laufrad geworden?! So langsam bekommen wir Routine im Zuhause bleiben, auch wenn wir nicht – wie Experten es raten – einen "Stundenplan" gemacht haben. Wir etablieren gerade aber immerhin Abläufe, die den Tag zumindest etwas strukturieren.

Da ich nächste Woche wieder in den Sender gehe, mein Freund weiter im Home Office ist, ohne Hilfe von Oma oder Kita – wird das echt noch 'ne Herausforderung. Aber wir sind ja auch da nicht die einzigen, die das wuppen müssen und können.

Carepaket mit Jagdwurst, Klopapier, Wein und Schokolade
Ein Carepaket aus Malins Heimat für die Quarantäne-Zeit, die jetzt fast überstanden ist. Bild: Radio Bremen | Malin Kompa

Jetzt freue ich mich erstmal wirklich darauf, ab morgen wieder selbst – wenn auch in Maßen – einkaufen gehen zu können, und nach Wochen mein Pferd wieder besuchen zu dürfen.

Halleluja!
Haltet die Ohren steif!
Malin


25. März 2020

Irgendwie fühlt sich das alles gerade an wie Elternzeit 2.0. Allerdings ohne Kaffee-Dates: Aller Fokus aufs Kind, man kommt zu nichts, was man sich eigentlich vorgenommen hat, und ertappt sich dabei, sich selbst wieder total gehen zu lassen. Aber in 'ner Telefon- oder Video-Konferenz sieht ja auch keiner, dass man Jogginghose und Stoppersocken trägt…

Wie schaffen es andere Eltern in dieser Zeit, den Kühlschrank zu putzen, Ablage zu machen oder den Kleiderschrank neu zu sortieren, nebenbei meisterlich zu kochen und vielleicht sogar noch Home Office zu machen?! Mal abgesehen von Selbstoptimierung mit täglichen Online-Yoga-Stunden und 'nem Nähkurs!! Schaffen sie halt einfach nicht, oder?! Das sieht auf Instagram immer so aus…

Klar, mit Krippen-Kind ist man da eigentlich verwöhnt. Nehmen wir mal das Mittagessen zum Beispiel. Da sind wir da ja quasi raus, weil der Stöpsel in der Kita isst. Man hört immer nur: "Er isst gut." Ach ja?! Bei mir nicht. Hier ändern sich die Vorlieben täglich. Mal wird Gemüse gegessen, mal nicht. Mal sind Reiswaffeln (bevorzugt mit Erde) der Renner, mal nicht.

Was bleibt, nachdem der Nachwuchs das extra liebevoll zubereitete Essen mal wieder verschmäht hat, sind: Bananen. Ich glaube ich habe bei Freunden und Nachbarn in den vergangen zehn Tagen nichts öfter bestellt als Bananen. Die gehen immer. Ich hingegen – die ja ständig das Gefühl hat, eine miserable Mutter zu sein – sehe das mit Sorge: Das Kind kann doch nicht nur von Milch, Joghurt und Bananen leben? Ach ja, die Waffeln gingen auch gut… Ah, da waren natürlich auch Bananen drin.

Fingerfarbe auf Zeitungen und Blättern verteilt
Fingerfarbe ist der Renner bei den Kleinen - allerdings häufig begleitet von gemischten elterlichen Gefühlen. Bild: Radio Bremen | Malin Kompa

Quarantäne hin oder her, die Kita bleibt ja auf jeden Fall noch 'ne Weile dicht, da müssen wir wohl noch kreativ werden. Bin offen für Rezepte! Mit Banane?!

Grüße aus Quarantäne-Hausen.
Malin


24. März 2020

Bdsjh .. p0w280sm .nhfvög l, Äet – Oh sorry, hier wollte gerade ein kleiner jemand mitarbeiten. Moment... so, abgelenkt.

Viele Leute haben in den letzten Wochen immer wieder gefragt, ob wir denn nun komplett drin beziehungsweise bei uns im Garten bleiben. Klar gehen wir raus, spazieren darf man ja, und jetzt ist das Wetter ja auch super. Zum Glück! Meist laufe ich dann im Zickzack durch unser Viertel und versuche krampfhaft, den Menschen aus dem Weg zu gehen, besonders Älteren. Dafür wechsel ich immer wieder die Straßenseite und frage mich, warum andere nicht auch mal auf Abstand gehen.

Viel einfacher ist es auf jeden Fall rauszufahren. Zu den einsameren Orten im Bremen-Vier-Land. So wie Thedinghausen. Da waren wir am Wochenende auf einem verlassenen Campingplatz an der Weser spazieren. Fragt nicht warum! ;-) Nicht sonderlich romantisch, aber: Menschenleer! In der Stadt gestaltet sich das schwieriger. Vor allem will man den kleinen Motz-Bär ja auch mal laufen lassen, das kann er jetzt auch schon ganz schön gut.

Ein kleiner Junge steht an der Weser
Menschenleer - bis auf ein 15 Monate altes Wichtelmännchen. Bild: Radio Bremen | Malin Kompa

Aber, was ist wenn man andere Kinder trifft? Die Kleinen verstehen das mit dem Abstand halten ja noch nicht. Gestern haben wir wieder die Nachbarskinder getroffen, die mit unserem in die Krippe gehen. Das war irgendwie herzzerreißend, wie sie sich aus der Ferne quasi zugerufen und gewunken haben. Oh, Mann. Wie wird das eigentlich, wenn die wieder in die Kita gehen? Müssen wir dann alle wieder komplett eingewöhnen? Bis es soweit ist, werden wir wohl anderen Familien weiter aus dem Weg gehen müssen und uns mit Freunden, Oma und Opa per Video-Anruf verabreden.

Wie macht ihr das?! Jsfdjnskgjnm ,..rölü – Mist, die Ablenkung hat nicht lange angehalten. Ich melde mich wieder, muss mal eben ein Buch vorlesen.

Bleibt gesund!
Malin


23. März 2020

Achtung! Ohrwurm-Gefahr: "Der kleine Maulwurf Willi, der gräbt sich einen Gang, der kleine Maulwurf Willi, der macht das stundenlang…". Mehr dazu gleich.

Mir fällt nämlich gerade auf, dass wir jetzt schon seit etwas über 'ner Woche in freiwilliger Quarantäne sind. Mittlerweile höre ich von immer mehr Freunden, Bekannten oder Kollegen, dass sie zuhause bleiben oder es sogar müssen, weil sie auch in Risikogebieten unterwegs waren oder ihre Arbeitgeber sie ins Home Office geschickt haben.

Bei vielen "Jüngeren" wächst zusätzlich zur Sorge um die sogenannte Risikogruppe offensichtlich doch langsam auch die Sorge um die eigene Gesundheit. Bei uns ehrlich gesagt auch. Die Situation, in dieser Quarantäne-Bubble zu sein, quasi "abgeschnitten" von der realen Welt, macht es nicht besser.

Seit über einer Woche waren wir nirgends mehr einkaufen oder in direktem Kontakt mit Leuten. Abgesehen von ein paar Spaziergängen haben wir uns selbst noch kein Bild davon machen können, wie es draußen in der "Welt" aussieht. Wir haben noch nicht vor den angebliche leeren Regalen oder in Schlangen vorm Baumarkt, beim Arzt oder der Apotheke gestanden. Immer mehr ertappe ich mich jetzt dabei, in stillen Momenten, zu denken, dass ich vielleicht auch gar nicht mehr da raus will, in die reale Welt.

Jammere ich hier im Teilzeit-Home-Office vielleicht die ganze Zeit schon auf zu hohem Niveau? Will ich nicht lieber beim Arbeiten einen kleinen Schreihals auf dem Schoß haben als wieder in den Sender zu gehen? Dort, erzählen Kollegen, herrscht eine wirklich schräge Stimmung. Alles auf Abstand, viele arbeiten von zuhause, und immer wieder muss man über neue, teilweise schlimme, Corona-Updates berichten. Das geht an die Substanz. Aber: Für euch machen wir das gerne und es ist ja auch unsere Pflicht als öffentlich-rechtlicher Sender, euch zu informieren und zu unterhalten. Immer. Dafür werde auch ich es nächste Woche raus aus der Quarantäne-Bubble schaffen!

Ein kleiner Junge schaut sich auf einem Laptop ein Video an.
"Der kleine Maulwurf Willi, der gräbt sich einen Gang, der kleine Maulwurf Willi, der macht das stundenlang…" Bild: Radio Bremen | Malin Kompa

"Der kleine Maulwurf Willi, der gräbt sich einen Gang, der kleine Maulwurf Willi, der macht das stundenlang…" – für den Moment ist das aber noch meine Welt. Ich habe übrigens ein Youtube-Angebot gefunden, dass sich super für die ganz Kleinen eignet und aus Bremen kommt: Raimund Michels von Bremen 1860 mit seinen Kinderbewegungsliedern. Die meisten Eltern kennen ihn und das Bewegungszentrum in Schwachhausen wahrscheinlich. Hier zuhause wurde das Video jedenfalls gestern Abend ordentlich abgefeiert.

Stay safe und grabt euch einen Gang!
Grüße aus Quarantäne-Hausen.
Malin

22. März 2020

"Es fühlt sich an, wie ein nie endender Sonntag." Mit diesem Satz hat eine befreundete Mutter, wie ich finde sehr treffend, den aktuellen Zustand beschrieben. Sie und ihr Freund sind im Home Office und wechseln sich mit der Betreuung ihrer zwei kleinen Kinder im Krippenalter ab.

Ein Sonntag, der nie zu Ende geht – in einem anderen Universum eine wundervolle Vorstellung. Ein Tag, der so wirkt, als hätte man die Stop-Taste gedrückt: Geschäfte haben zu, man muss nicht zur Arbeit (zumindest in den meisten Jobs), hat ganz viel Freizeit, hängt den ganzen Tag im Jogginganzug rum, bestellt Pizza und abends läuft der Tatort. Als Eltern bedeutet das natürlich auch Spaß-Programm für den Kleinen, und um 19:30 Uhr vollkommen fertig aufs Sofa fallen, nachdem wir die Bude aufgeräumt haben.

Das Wohnzimmer ist zum Spielzimmer geworden. Zwischen Sofa und Fernsehtisch sitzt ein Junge auf dem Boden und spielt mit Bauklötzen. Daneben liegen Kinderspielzeuge, wie ein lila Ball, ein grünes Dreirad und ein kleiner Holzklettertrum.
Wenn das Wohnzimmer zum Spieleparadies wird... Bild: Radio Bremen | Malin Kompa

Achja. Wir haben ja immer gesagt, "ne, also unser Wohnzimmer wird nie aussehen wie ein Kinderspielzimmer" …* hust *… Hat dank Corona super geklappt. Seit lettzer Woche steht da die Pappbude und seit gestern sind wir in Besitz eines "Pikler Dreiecks". Bis vor ein paar Tagen wußte ich nicht mal, was das ist. Für Laien: Ein Spielgerät aus Holz zum Klettern und Rutschen und Höhle bauen, das ganz, ganz toll für die Entwicklung der Kleinen sein soll. In diesem vorhin erwähnten anderen "Universum" hätte ich dazu wahrscheinlich mit den Augen gerollt, aber jetzt erkenne ich den Sinn darin, das Kind glücklich zu machen (und uns). Wenigstens für ein paar Minuten.

Allerdings merke ich gerade, dass die Situation zuhause endlich einfacher wird. Der Lütte ist wieder besser drauf, rennt jetzt die ganze Zeit mit unserem (mittlerweile ausrangierten) Festnetztelefon durch die Wohnung und tut so als telefoniere er. Das ist sehr niedlich. Vielleicht ist der nächste Step ja, dass er während ich arbeite, meine Video-Konfernzen und Radio-Schalten nachspielt. Befürchte, da ist er dann doch noch zu klein für.

Apropos, zum Thema wann dürfen Kleinkinder Youtube/TV gucken, hat mir Bremen Vier-Hörerin Maxie wirklich weiter geholfen. Sie ist Psychologin, in einer Online-Weiterbildung für Familienbetreuung, und hat selbst eine Tochter. Sie sagt, dass sich bei kleineren Kinder anbietet "Videos von sich selbst" zu gucken, oder "selbst aufgenommene Videos. Also Dinge die sie einordnen und verstehen können, weil sie sie selbst gesehen haben, ohne Schnitte und Effekte." Wie in Maxies Fall mal ein zehnminütiges Video von nem Bagger, den die Tochter toll fand. Bindungsorientierte Erziehung nennt sich das laut Maxie. Finde ich 'nen mega Ansatz.

Gut, dass ich den Kleinen gestern beim "Telefonieren" gefilmt habe. Das Video wird er lieben.

Achja, und vielleicht ist es ja auch gar nicht so schlimm, wenn dieser Sonntag nicht endet. Mit Tipps von euch und 'nem Pikler Dreieck.

Schönen Sonntag!
Eure Malin


21. März 2020

Wochenende zu Zeiten von Corona...

Es ist so ruhig. Gut, das ist es in unserem Stadtteil eigentlich immer, da kann man auch sonst nicht am Fenster hängen und ein Echtzeit-Wimmelbild beobachten. Auch unsere Wohnung sieht aus wie immer. Ach ja, der kleine Schlaf-Terrorist fehlt. Aber nicht, weil er mit Papa wie immer samstagsmorgens beim Bäcker ist, sondern weil die beiden sich Zeit lassen mit der Morgenhygiene, damit ich eben in Ruhe das hier schreiben kann.

Wochenende. Näher ran an Normalität kommen wir wohl erst mal nicht. Am Wochenende hängen wir eh oft zuhause rum. Wochenende ist Familien-Zeit, Zeit zu dritt oder auch mal für sich, weil der andere sich um das Kind kümmern kann.

Statt frischen Brötchen gibt es heute halt Tiefkühlbrötchen und gleich bekommen wir ne viel zu teure Lieferung von nem Lebensmittelversand, der Rezepte und die passenden Zutaten für ein Gericht verschickt. Das bekommen wir jetzt jede Woche für drei Essen. Man muss sich auch mal was gönnen.

Meine Güte. Lösche ich diesen Absatz?! Es gibt so viele Menschen, denen es gerade nicht so gut geht. Die um ihre Existenz und vielleicht sogar die tägliche Mahlzeit bangen müssen. Obdachlose zum Beispiel bekommen noch weniger Spenden, wenn Menschen sich an die Anweisungen halten, und nicht mehr raus gehen. An der Stelle möchte ich nur kurz die Crowdfunding-Aktion eines ehemaligen Studienkollegens von StrassenBLUES e.V. anpreisen:

Eure Geld wird direkt gespendet. Eine wirklich gute Sache!

Wir kaufen heute für unseren kleinen Sohn ein Holz-Dreieck zum Klettern und Rutschen. So wie viele Eltern gerade aufrüsten, mit Last-Minute Schaukeln oder Sandkästen. Kein Wunder, dass bei Baumärkten wohl gerade so viel los ist. Noch darf man ja hin.

Wochenende. Wir frühstücken jetzt. Der Kaffee schmeckt wie immer. Die Sonne scheint (noch). Ich schaue in ein lachendes Kindergesicht. War was?

Lasst es Euch gut gehen (und spendet, wenn ihr könnt)!
Bis morgen!
Malin


20. März 2020

Ein Haus aus 'nem Pappkarton bauen. Mit Teppichmesser. Und Kleinkind. Tolle Idee!!! Nicht!

Ey, erst mal vielen Dank für alle Solidaritätsbekundungen und Tipps, mit denen man den 15 Monate alten Spatz bei Laune halten kann. Anscheindend sitzen wir ja alle im selben Boot. Das ist irgendwie, so blöd es klingt, ein bisschen beruhigend.

So wie heute der Anruf einer Freundin mit zwei Kindern, die nachfragen wollte, ob wir schon komplett durchgedreht sind. Es geht also nicht nur mir so. Bei ihr ist übrigens die Angst vor dem Virus deutlich geringer, als die Angst davor, dass wir hier alle nicht nur vier Wochen mit dem Nachwuchs eingesperrt sind, sondern noch Monate… Nein, darüber will ich jetzt nicht nachdenken.

Ein Papphaus aus einem großen Karton. Darauf steht "Kale is in da House". Über der Tür prangt ein Werder-Logo.
Geschafft! Kalle is in da House! Bild: Radio Bremen | Malin Kompa

Zurück zu meinen Entertainment-Projekten, mit dem Ziel, dass hier zuhause alle wenigstens für zwanzig Minuten ein bisschen glücklicher sind. Part 1: Ein Papp-Haus bauen. Ich gebe zu, für mich, als nicht besonders handwerklich begabter Menschen, eine Herausforderung an sich. Mit Kleinkind, das entweder um mich herum klettert, während ich mit dem Teppichmesser das Dach zuschneide, oder heult, weil es das Gaffa Tape nicht mehr von den Händen abkriegt, eine fast unüberwindbare Hürde… Aber was soll ich sagen: I made it! (Ja, ok, am Ende mit etwas Ablenkungshilfe des Vaters) Anyways.

Folgende Projekte stehen nun noch auf meinem Corona-Quarantäne-Unterhaltungsprogramm:

1 Fingerfarbe

Ein Tipp von Bremen-Vier-Hörerin Sarah – eine weitere Challenge. Ich bin - um ehrlich zu sein - kein Fan davon, wenn das Kind sich zusaut. Aber: Alles für die gute Laune!

2 Badewanne, dreimal täglich.

Den Tipp von meiner Freundin Elke finde ich so gut, dass das auf jeden Fall mein absoluter Notfallplan ist, der Kleine liebt baden.

3 Planschbecken aufbauen mit Bällen drin

Weiterer Tipp von Elke: Schrank ein- und ausräumen lassen. Das wird hier sowieso ständig praktiziert (warum ist der Schuh von Papa in der Küchenschublade?).

4 Luftballons

Leicht aufblasen, in einen Bettbezug packen und sich drauf schmeißen. Davon hat Mareike aus Peterswerder mal gelesen… riskant, aber worth a try.

Ein Küchenschrank mit Töpfen, Deckeln und Sieb. Dazwischen liegt ein brauner Herrenschuh.
"Ordnung muss sein!" :-D Bild: Radio Bremen | Malin Kompa

Achja, die Resonanz auf das Papp-Haus: hält sich in Grenzen. Daneben steht ja die – wait for it – Stereoanlage… Aber: "Hey, wie cool, das Fenster kann man ja auf- und zumachen!" Und auf und zu und auf und zu und auf und zu… Man muss sie lieb haben.

Grüße aus Quarantäne-Hausen!
Malin


19. März 2020

Selten hatte ich so sehr das Gefühl, eine schlechte Mutter zu sein…

Learning Nr. 1 nach drei Tagen Quarantäne mit Kleinkind: Solange ich mich mit ihm beschäftige, ist alles gut. Solange ich Dinge tue, an denen er sich beteiligen kann - wie Gartenarbeit und Staubsaugen - ist alles gut. Aber wehe, ich setze mich an Laptop oder Handy (#homeoffice) – dann wird lautstark, in einem sirenenartigen Quietschton, protestiert und geheult.

Warum hat unser Kind eigentlich gerade jetzt so ne Motz-Trotz-Mecker-Heul-Phase? Er müsste doch mega happy sein, weil er seit drei Wochen laufen und sich viel besser verständigen kann?! Naja, er merkt wohl auch, wie unausgeglichen wir sind.

Ein Grund, warum ich mich als schlechte Mutter fühle. Anders als im Job während einer Sendung, wo man während das Mikro offen ist Angespanntheit mal für drei Minuten beiseite schieben kann, ist ein Kind halt immer da. Warum kriege ich es nicht hin, ausgleichend, geduldig, verständnisvoll und stets fröhlich und freundlich zu dem Kleinen zu sein?! Daran muss ich echt arbeiten.

In meiner Vorstellung denken sich andere Eltern gerade die tollsten Dinge für ihre Kinder aus. Und ich?! Bin ratlos. Und unvorbereitet: Der Garten ist noch nicht kindersicher, ich habe keinerlei Bastel- oder Mal-Utensilien im Haus. Aber das Einzige, was unseren Sohn anscheinend gerade interessiert, sind eh nur technische Geräte. Unsere technischen Geräte.

Heute habe ich das Festnetztelefon abgestöpselt, nachdem mehrmals der AB abgehört worden war und es ständig gepiepst hat (sorry, liebe Family, ab sofort sind nur Anrufe übers Handy möglich). Pling – da kommt wieder eine WhatsApp rein: Online-Musikstunden bei Youtube für Kinder von 0 - 5. Darf ein Kind mit 15 Monaten jetzt eigentlich Youtube gucken? Also TV? Ich recherchiere…

"Kinder unter drei Jahren sind damit beschäftigt, die reale Welt zu begreifen. Das geschieht vor allem, indem sie ihre Umwelt durch Ansehen, Anfassen und mit dem Mund erkunden. Am Anfang sind Medien für sie Reizquellen, auf die die Kinder aufmerksam werden und die sie entdecken wollen. Fernsehen ist für diese Altersgruppe jedoch kaum geeignet. Das komplexe Zusammenspiel von Bild und Ton in einer fortlaufenden Geschichte überfordert ihre Aufnahme- und Verarbeitungsfähigkeiten." (www.schau-hin.info)

Hatte ich mir schon gedacht. Also eher nicht. Habe auch was davon gelesen, dass die dann schlechter schlafen. Das kann ich nun wirklich nicht auch noch gebrauchen.

Ein brauner Karton voller Spielzeug. Darunter buntes Sandspielzeug, eine Kasse und Fingerfarben.
Das "Erste Hilfe"-Spielzeug-Paket von Bremen-Vier-Kollegin Imke. Bild: Radio Bremen | Malin Kompa

Learning Nr. 2: Freunde sind so unfassbar wichtig! Nicht nur, weil sie uns mit Essen beliefern, sondern auch mit Rat und Tat zur Seite stehen. "Habt ihr nicht noch den großen Karton, in den du Tür und Fenster schneiden wolltest?!" Perfekte Idee von meiner Kollegin Imke, die obendrein noch Spielzeug ihres Sohnes ausgemistet und zur Abholung vor die Tür gestellt hat. Danke!

Mehr dann also morgen aus unserem neuen Kleinkind-Quarantäne-Eigenheim.
Bleibt gesund!
Malin


18. März 2020

"An Familienkrisen wachsen", "Meditationsübungen für gestresste Eltern", "Erziehung ohne Gewalt" und "Herzinfarkt: Die Gefahr früh erkennen" – gibt es diese Ratgeber überhaupt? Vermeintlich witzige Vorschläge aus einer WhatsApp-Rundmail, die wahrscheinlich die meisten Eltern bekommen haben – fand ich vor ein paar Tagen noch ganz amüsant…

Also, bitte jetzt nicht falsch verstehen: Ich liebe mein Kind über alles und verbringe auch wahnsinnig gerne Zeit mit ihm, natürlich ist es ein "Geschenk" jetzt unverhofft so viel Zeit mit ihm zu haben, aber: Ich stelle nach nur zwei Tagen fest, dass ich halt auch sehr, sehr gerne arbeiten gehe. Oder sagen wir, freie Zeit besser zu genießen war, als ich noch kein Kind hatte, das meine ungeteilte Aufmerksamkeit und Action, Action, Action eingefordert hat.

Was würde ich in dieser Situation alleine alles machen: ausschlafen, Netflix und Amazon Prime leer gucken, endlich die Steuererklärung und diverse Fotoalben machen, den Kleiderschrank aufräumen… Naja, immerhin Vorhänge habe ich gestern noch gewaschen.

Nun aber erstmal genug gejammert. Ich übe mich jetzt weiter darin, die Situation so anzunehmen, wie sie ist (keine meiner Stärken). Denn so eingesperrt zu sein, setzt einen ja zumindest deutlich weniger unter Druck als das Real Life, in dem man sich uneingeschränkt bewegen kann. Die Frage, ob ich es diese Woche mal zum Sport schaffe, stellt sich nicht oder ob ich ein Date absage, weil ich doch viel zu kaputt bin oder einkaufen gehe. Arzttermine, Friseur – alles gecancelt. Ist ja auch wurscht, wie man aussieht.

Ein Kind in blauer Jacke und mit grauer Mütze sitzt im Garten auf dem Rasen. In der Hand eine kleine Schaufel und einen großen Eimer.
Bild: Radio Bremen | Malin Kompa

Vielleicht muss man sich einfach mehr auf die Situation einlassen und entschleunigen. Im Jogginganzug. Gartenarbeit ist zum Beispiel für die kleine Nervensäge super: da kann man sich ja auch mit 15 Monaten unheimlich nützlich machen (und Käfer essen). Leider lässt sich damit kein ganzer Tag füllen, aber es ist ein Anfang. Vorsatz für die kommenden Tage: Wie in der Elternzeit einfach mal wieder Mittagschlaf machen. Macht der Nachwuchs ja auch. Zum Glück.

Grüße aus der Corona-Quarantäne.
Bis morgen!
Malin


17. März 2020

"Nein! Nicht die Erde essen!" "Nein, auf den Tisch klettern ist tabu!" "Nein, nicht die Tastatur vom Laptop!" "Oh nein, du musst doch jetzt nicht deswegen weinen!"

Es ist (erst) Tag zwei unserer "freiwilligen" Quarantäne und ich flippe aus! Klar, im ersten Moment dachten wir, dass zumindest das Betreuungsproblem nun erstmal gelöst ist, nachdem Tirol, das Gebiet, in dem wir letzte Woche teilweise Urlaub gemacht haben, zum Corona-Risikogebiet erklärt worden ist. Für uns und Radio Bremen natürlich ein klarer Fall, dass wir zwei Wochen zuhause bleiben, um nicht andere anzustecken und in Gefahr zu bringen.

Allerdings ist uns schnell aufgegangen, dass "Home Office" ja 'ne feine Idee ist, aber in der Realität mit Kleinkind, das gerade laufen lernt, nicht machbar ist. Da bringt auch das Kinderprogramm im TV nichts, dafür ist er zu klein. Und 'ne Schere kann ich ihm auch nicht in die Hand geben, und sagen: Bastel doch mal was Schönes! Zum Glück, klar, sind wir zu zweit, mein Freund arbeitet, ich kann von Zuhause eh nicht moderieren, also kümmere ich mich ums Kind.

Aber was mache ich den ganzen Tag mit 'nem Einjährigen? Ist ja klar, dass es zuhause langweilig ist. Allein mit Mama eh. Dürfen wir überhaupt raus?

Dafür habe ich die Corona-Hotline 115 angerufen. Dort wurde mir versichert, dass wir ja nicht positiv getestet und nur vorsorglich in Quarantäne seien. Spazieren gehen und sogar einkaufen (das nehmen uns netterweise Freunde ab) sei eigentlich kein Problem, wenn man den nötigen Abstand hält.

Also, endlich raus, im Bürgerpark Tiere gucken, das war gestern mein Plan. Aber es hat sich mega seltsam angefühlt: Es war so viel los, als wären Ferien, dazu top Frühlingswetter. Ich kam mir vor wie 'ne Aussätzige, und der Versuch Abstand zu halten und das Kind von anderen Kindern fernzuhalten, war ziemlich anstrengend.

Kind vor Eselweide Bürgerpark
Am Eselgehege im Bürgerpark lässt sich gut Abstand halten. Abgesehen davon ist das bei beginnendem Frühling im vollen Park mit Kleinkind nochmal schwieriger. Bild: Radio Bremen | Malin Kompa

Also doch lieber #staythefuckhome?! Ich weiß noch nicht ganz genau, wie ich das durchhalten soll… Habt ihr Tipps? Was mache ich mit einem einjährigen Energiebündel?! Freue mich über alle Ideen! Grüße aus Quarantäne-Hausen!

Malin

Dieses Thema im Programm: Läuft, 27. März 2020, 11:15 Uhr